Glückliche
Inhaltsstoffe

Der Ursprung von Dr. Neuburger Nahrungsergänzungen und Naturkosmetik liegt im Böhmerwald. Der Großteil der Rohstoffe stammt aus der Region. Wenn Menschen und Pflanzen aus demselben Kulturkreis kommen, ist das positiv für die Aufnahme der Wirkstoffe im Körper. Soweit es uns möglich ist, verwenden wir Pflanzen aus biologischem Anbau und Wildsammlung, da diese den Kulturpflanzen überlegen sind. Unsere Pflanzenextrakte sind Lebensmittel, die je nach Ernte oder Pflanzenstandort, Wetterbedingungen oder Sonneneinstrahlung leicht variieren, in der funktionssteigernden Wirkung aber immer optimal sind.

BEINWELL - SYMPHYTUM OFFICINALE

Echter Beinwell, Schwarzwurz, Wallwurz, Beinheil, Comfrey, Beinwurz, Bienenkraut, Milchwurz, Schadheilwurzel, Schmalwurz, Wundallheil

VORKOMMEN
Das weite Verbreitungsgebiet des Echten Beinwell in Eurasien reicht in West/Ost-Richtung von Spanien bis ins westliche Sibirien sowie China und in Nord/Süd-Richtung vom Vereinigten Königreich bis Italien sowie Rumänien. Der Echte Beinwell zeigt stick­stoff­haltige Böden an. Als Standort werden sonnige bis halbschattige, feuchte, nähr­stoff­reiche Böden, besonders Lehmböden, Gräben oder feuchte Wegränder bevorzugt, sowie feuchte Wiesen, Ufer, Auenwälder und Moorwiesen bis in Höhenlagen von 1.000 m. Der Beinwell ist eine beliebte Gartenpflanze; Handelsware stammt aus gewerbsmäßigem Anbau.

Der Gattungsname Symphytum leitet sich ab von griech. „syn“ (= zusammen) und „phyo“ (= wachsen), woraus griech. „symphytos“ (= zusammen gewachsen) entsteht. Damit ist das Zusammenwachsen von Wunden oder gar von Knochen gemeint, also ein Wundheilmittel. Diese Heilkraft kommt auch im deutschen Namen zum Ausdruck, denn in der alten Heilkunde bedeutete „die Wunde wallt“ soviel wie „die Wunde wächst zu“ oder „wird heil“. Der Beinwell ist demnach eine sehr alte Heilpflanze, was im Artepitheton officinale verdeutlicht wird, denn officinalis bedeutet „in den Apotheken gebraucht“, abgeleitet von der „Offizin“, dem Verkaufsraum einer Apotheke.

Der Beinwell wird 50 bis 100 cm hoch und ist mit einer rübenförmigen dicken Pfahlwurzel bis 30 cm tief in der Erde verankert. Er ist eine Halbrosettenstaude mit einem verzweigtem, stark borstig behaarten Stängel. Die Blätter sind eiförmig-lanzettlich, lang zugespitzt, die oberen Blätter verschmälern sich zu einem weit am Stängel herab laufenden, geflügelten Blattstiel. Die Blattnerven sind ebenfalls rau behaart. In den Achseln der oberen Blätter stehen die purpurroten oder rotvioletten (auch gelbweißlichen), glockigen, nickenden Blüten in dichtblütigen Doppelwickeln. Ihre Kelche sind mit Kelchzähnen versehen, die Kronblätter bilden eine außen stark behaarte Röhre. Blütezeit ist Mai bis Juli.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Beinwellwurzel, bestehend aus den frischen oder getrockneten unterirdischen Teilen von Symphytum officinale Linné, sowie deren Zubereitungen.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Als wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe gelten Allantoin, Rosmarinsäure, Schleime (Fructosane) und Gerbstoffe. Rosmarinsäure zeigt in verschiedenen pharmakologischen Modellen eine entzündungslindernde Aktivität.

Die hautpflegende Fähigkeit wird insbesondere dem Allantoin zugeschrieben (es wirkt Hautreizungen entgegen, fördert bekanntlich die Granulation und Gewebsregenerierung) wie auch den Schleimstoffen (reizlindernde Wirkung). Rosmarinsäure besitzt entzündungshemmende Aktivität.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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COLANUSS

Kolanuß, Embryo colae, Gurunuß, Cotyledones colae, Colasamen, Colae Semen, Bissynuß, Kolasamen, Semen colae, Nux Colae, Ombenennuß, Nuces Sterculiae

VORKOMMEN
Heimisch im Regenwald des tropischen Afrikas,  in Nigeria, Ghana, Kamerun, an der Elfenbeinküste und in Jamaica kultiviert.
In ganz Afrika besitzt die Droge eine große kultische und soziale Bedeutung: Cola gilt als Symbol der Freundschaft, Gäste erhalten zur Begrüßung eine Kolanuss, Verlobungs-, Hochzeits-, Geburts- und Einweihungsrituale werden mit dem gemeinsamen Essen von Kolanüssen beschlossen. In Europa wurde die Pflanze mit den Entdeckungsfahrten der Portugiesen nach Westafrika bekannt. Die erste gezeichnete Abbildung der Kolanuss stammt von Clusius 1591, erst im 19. Jahrhundert wurde die Pflanze bekannter und ab 1885 allgemein genutzt.

Besonders Reiseschilderungen lenkten die Aufmerksamkeit auf die Kolanuss, deren Genuss die Strapazen von Expeditionen und Erkundungen erleichterte. Alle Cola-Arten stammen aus Afrika südlich der Sahara (Subsahara) und erreichen Madaskar nicht. Wenige Arten werden heute in den Tropen kultiviert; bedeutendste Anbauländer sind dabei Brasilien, Nigeria und die Westindischen Inseln.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Colae Semen, der von der Samenschale befreite getrocknete Samenkern.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Purinalkaloide (vor allem 0,6  -3,7 % Coffein und 0,1 % Theobromin), Polyphenole (Catechin, Epicatechin, Procyanidine, Gerbstoffe), Stärke (34 - 45 %), Zucker (3 %), Eiweiß (7 %), Fette und Mineralstoffe.
Koffein ist vor allem wegen seiner bekannten und anregenden Wirkung beliebt. Die Substanz steigert nachweisbar die Wachheit und das Konzentrationsvermögen. Auch die persönliche körperliche Leistungsfähigkeit wird beweisbar durch das Zuführen von Kolasamen-Extrakten gesteigert. Entscheidend für die Wirkung des Koffeins ist seine Wirkung auf das sogenannte Adenosin. Dies ist ein wichtiger Botenstoff welcher in jeder Zelle vorkommt. Adenosin kann aber nur freigesetzt werden, wenn es an spezielle Empfangsstellen (Rezeptoren) gebunden ist, und bewirkt nach Freisetzung z.B. eine Blutdrucksenkung oder Müdigkeit. Koffein ist jedoch ein Gegenspieler dieser Adenosin-Rezeptoren und löst deshalb gegenteilige Effekte aus. Das Resultat: man ist konzentriert, wach und auch körperlich leistungsfähiger.

Theobromin fehlt im Gegensatz zum Koffein die Wirkung auf das Zentrale Nervensystem (ZNS). Dafür wirkt es schwach entwässernd, weil es die Tätigkeit des Herzens stimuliert und dadurch die Nieren besser durchblutet werden. Das Blut wird dadurch schneller als ohne Theobromin gefiltert und die Rückführung in den Körper wird gehemmt (Natrium Rückresorption). Noch stärker ausgeprägt als die Wirkung auf die Nieren ist der Effekt auf die Muskulatur (glatte Muskeln). Theobromin bewirkt nachweislich, dass sich die Muskeln z.B. von Organen entspannen.

Anwendung bei geistiger und körperliche Erschöpfung: In den Ursprungsländern wird die Pflanze volksheilkundlich bei Müdigkeit, zur Dämpfung des Hungers, aber auch zur Anregung der Verdauung vor den Mahlzeiten eingenommen.





Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen, Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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CURCUMA - CURCUMAE LONGAE

Rhizoma Curcumae, Rhizoma Curcumae longae, Kurkumawurzelstock, Gelbwurzelstock, Gelbwurzel, Gilbwurzel, Gurkumei

VORKOMMEN
Zumindest von der Currywurst her kennt jeder die Gewürzmischung Curry. Ihre gelbe Farbe stammt vom „Curcumawurzelstock“. Die Pflanze gehört zur Familie der Ingwergewächse. Die Gelbwurzel hat eine lange Vergangenheit als Gewürz und Heilpflanze. Schon um 500 v. Chr. brachten die Araber sie über die alten Karawanenstraßen zum Mittelmeer. Marco Polo berichtete, dass sich der teure Safran durch die Farbstoffdroge Curcuma ersetzen lässt. Die Gelbwurzel wächst in den Tropen und braucht reichlich Wasser. Zierformen gibt es hierzulande auch als Zimmerpflanzen. Die Pflanze ist etwa 1 m hoch und erinnert an Bananenstauden. Sie hat große lilienartige Blätter und einen scheidenartigen Blattstiel. Die weißen Blüten stehen als etwa 20 cm lange Ähre in Bodennähe übereinander. Das Hauptanbaugebiet von Curcuma longa ist Indien, das 350.000 Tonnen anbaut, aber nur 20.000 Tonnen exportiert. Aber auch in anderen asiatischen Ländern wird Curcuma angebaut.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Wurzelstock (Rhizom), manchmal fälschlich als „Wurzel“ bezeichnet.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Curcuma enthält bis zu 5% ätherisches Öl, das hauptsächlich aus Sesquiterpenen besteht, von denen viele gattungs- oder arttypisch sind. Am wichtigsten sind Tumeron (max. 30 %), ar-Turmeron (25 %) und Zingiberen (25 %). Konjugierte Diarylheptanoide (1,7-Diaryl-hepta-1,6-dien-3,5-dione, z. B. Curcumin) sind für die gelbe Farbe und wahrscheinlich auch den scharfen Geschmack verantwortlich (3 bis 4 %).

Die traditionelle indische Medizin setzt Gelbwurzel für die Darmgesundheit und für regelmäßigen Stuhlgang ein. Indisches Essen ist bekanntermaßen sehr stark gewürzt, Curcuma soll vorbeugend gegen Wurmbefall sein. Die Hindus benutzen noch heute Curcuma zum Färben. Der Farbpunkt auf der Stirn entsteht durch Curcuma und nicht durch Henna, wie viele Menschen annehmen. Die Inderinnen mischen dazu Curcuma mit Lauge zu einem rötlichbraunen Pulver. Das Curcumin aus der Gelbwurzel wird auch als Lebensmittel-Farbstoff eingesetzt.

Die Gelbwurzel hat zwei Hauptwirkungen: gallentreibend, also cholagog, und antioxidativ. Die Wirkung auf die Galle wiederum wird unterteilt in die Steigerung der Gallensekretion, die choleretische Wirkkomponente, und die Förderung der Gallenblasen-Entleerung, die cholekinetische Wirkung. Arzneimittel, die die Gallenproduktion anregen, werden von Patienten geschätzt, weil sie das subjektive Wohlbefinden verbessern. Ein verstärkter Gallenfluss befördert mehr Gallensäuren in den Darm. Dort verteilen sie lipophile Nahrungsbestandteile fein im Darm und heben den pH-Wert an, was die Aktivität von Enzymen steigert und die Darmbewegung fördert. Curcuma ist also weit mehr als nur ein Farbstoff in einer Gewürzmischung.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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ENZIAN - GENTIANA LUTEA

Bitterwurzel, Fieberwurzel, Hochwurzel

VORKOMMEN 

Blau, blau, blau blüht der Enzian im Schlager und vielfältig in der Natur. Pharmazeutisch spielt allerdings nur der Gelbe Enzian eine Rolle, der sich bei Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit bewährt hat. Seine Wurzel ist die bitterste einheimische Arzneidroge. Der Gelbe Enzian heißt botanisch „Gentiana lutea“ und gehört zur Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Der Gattungsname „Gentiana“ stammt ab vom sagenhaften König Gentis oder Gentium, der die Staude gegen die Pest empfahl. „Lutea“ ist lateinisch und heißt gelb. Die Pflanze wird seit der Zeit der römischen Kaiser als Bittermittel verwendet.

 

Der große Arzt des Altertums, Galen von Pergamon (129 bis 199 n. Chr.) empfahl sie gegen Gicht und bescheinigte ihre große Reinigungskraft, die die kranken Säfte „verzehre“ und die Verstopfung „öffne“. Die Volksheilkunde nutzte die Wurzel früher wie alle bitteren Drogen als Mittel gegen Fieber. Im Mittelalter galt der Gelbe Enzian als Universalheilmittel, denn damals war die Meinung verbreitet, bittere Medizin sei besonders wirksam.

 

Der Gelbe Enzian wächst auf Bergwiesen, -weiden, Magerrasen und in Staudenfluren der mittel- und südeuropäischen Gebirge. Die stattliche, von Juni bis August blühende Staude wird bis zu 1,4 m groß. Ihre Pfahlwurzel bohrt sich bis zu 1 m in den Boden. Die leuchtend gelben, trichterförmigen, fünf- bis sechszipfeligen Blüten sitzen in den Blattachseln und bilden Scheinquirle. Die Pflanze steht unter Artenschutz. Für arzneiliche Zwecke wird der Enzian in Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Rumänien und Russland angebaut.

 

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL 

Enzianwurzel besteht aus den getrockneten, zerbrochenen, unterirdischen Teilen von Gentiana lutea L.

 

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE 

Bitterstoffe (Gentianaceenbitterstoffe), Kohlenhydrate (30 - 55 %, v.a. Glucose, Fructose, Saccharose, Gentiobiose, Gentianose, 3 - 11 % Pektine), Xanthone (u.a. Gentisin, Isogentisin, Methylgentisin, Gentisein, Gentiosid), wenig ätherisches Öl.

 

Die bittere Wurzel unterstützt Magen und Darm. Wenn die Hauptwirkung einer Droge auf ihrem bitteren Geschmack beruht, wird sie als Bittermittel oder Amarum bezeichnet. Enzian gehört zu den reinen Bittermitteln, den Amara pura. Bitterstoffe regen den Geschmackssinn an. Wenn die Geschmacksnerven der Zunge den Reiz „bitter“ registrieren, wird der Vagusnerv aktiviert. Dieser sorgt dafür, dass im Mund mehr Speichel fließt und im Magen mehr Säure und Gastrin produziert werden. Letzteres regt Galle und Bauchspeicheldrüse an, sodass Appetit und Verdauung verbessert und schwere, fettige Mahlzeiten verträglicher werden. Da die Wurzel kaum Gerbstoffe enthält, führt die Einnahme nicht zu unerwünschten Magenreizungen. Sie kann Patienten mit körperlichen und seelischen Schwächezuständen, chronischer Verdauungsschwäche und in der Rekonvaleszenz nach Infektionen helfen.

 

 

 

Literaturreferenzen:

Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,

Heidelberg.

Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,

Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.

A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).

ISBN 3-7750-0104-2.

M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher

Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.

H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.

Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.

Wikipedia; Freie Enzyklopädie.

L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,

1988. 

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GINKGO - GINKGO BILOBA

Folium Ginkgo, Ginkgoblätter

VORKOMMEN 

Der Ginkgobaum ist ein „lebendes Fossil“, einzige Art einer rezenten Pflanzenfamilie, der in China und Japan als Tempelbaum seit Urzeiten kultiviert und für Heilzwecke eingesetzt wurde. Ginkgo ist mit keiner anderen derzeit lebenden Pflanze verwandt. Deshalb sind die Blätter auch so einmalig. Der deutsche Name von Ginkgo biloba ist Fächeroder Tempelbaum, üblich ist aber die botanische Bezeichnung. Der Name entstand durch einen Schreibfehler: Die Japaner nannten ihn „gin-kyo“, „gin“ bedeutet Silber, „kyo“ Aprikose. Zusammen beschreiben diese Worte das Aussehen der reifen Samen. Die Artbezeichnung „biloba“ spielt auf die zweilappigen Blätter an.

 

In Europa starb der Ginkgo in der Eiszeit aus. Überlebt hat er in Tempelanlagen Ostasiens. Von dort wurde er nach Europa importiert: 1730 wurde der erste Baum in einem botanischen Garten in den Niederlanden angepflanzt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts breitete er sich über ganz Europa aus und wurde wieder heimisch. Zum Jahrtausendwechsel erklärte das deutsche „Kuratorium Baum des Jahres“ Ginkgo biloba zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden und zum Baum des Jahrtausends.

 

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL 

Ginkgoblätter bestehen aus den getrockneten Blättern von Ginkgo biloba L.

 

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE 

Die Blätter, die als einzige Teile der Pflanze pharmazeutisch genutzt werden, enthalten 0,5 - 2 % Flavonolglykoside, 0,4 - 2 % Biflavone, 4 - 12 % Proanthocyanidine, komplexe Diterpenlactone (Ginkgolide), Bilobalid, Ginkgolsäure sowie Polyphenole.

 

Therapeutisch verwendet werden die Extrakte der Blätter, Teezubereitungen sind nicht üblich. Die noch grünen Blätter werden im Spätsommer und Herbst geerntet, da sie zu diesem Zeitpunkt den höchsten Wirkstoffgehalt aufweisen. Die Kommission E, eine Expertengruppe zur Beurteilung von pflanzlichen Arzneimitteln, empfiehlt einen Spezialextrakt, der durch eine genau festgelegte Extraktion der Droge entsteht. Durch dieses Verfahren werden störende Inhaltsstoffe entfernt und die gewünschten angereichert. Die Wirkungen des Ginkgos lassen sich nicht auf einzelne Wirkstoffe zurückführen, verantwortlich ist das Zusammenspiel der charakteristischen Inhaltsstoffe wie die Ginkgoflavonoide, Ginkgolide und das Bilobalid. Das wichtigste Anwendungsgebiet des Ginkgos sind hirnorganische Leistungsstörungen. Als Ursache vermuten Hirnforscher eine im Alter fortschreitende Minderdurchblutung des Gehirns und Veränderungen an den Nervenzellen. Ginkgoextrakt schützt durch seine antioxidativen Eigenschaften die Nervenzellen und verbessert den Energiestoffwechsel im Gehirn, außerdem gleicht er einen Mangel an Botenstoffen, den so genannten Neurotransmittern, aus. Ginkgoextrakt unterstützt die Mikrozirkulation, die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen im Kopf und verbessert die Fließeigenschaften des Blutes, denn Ginkgo hemmt den Plättchenaktivierenden Faktor (engl. „platelet activating factor“ – PAF). Der Plättchenaktivierende Faktor fördert das Zusammenhaften der Blutplättchen.

 

 

 

Literaturreferenzen:

Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,

Heidelberg.

Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,

Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.

A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).

ISBN 3-7750-0104-2.

M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher

Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.

H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.

Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.

Wikipedia; Freie Enzyklopädie.

L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,

1988. 

 

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HIRTENTÄSCHEL - CAPSELLA BURSA PASTORIS

Gewöhnliches Hirtentäschel (Capsella bursa pastoris), Taschenkraut, Schneiderbeutel, Schinkenkraut, Säcklichrut, Löffeli, Herzkraut, Bauernsenf

VORKOMMEN 

Hirtentäschel kommt in ganz Europa vor und ist in Mitteleuropa besonders häufig anzutreffen. Das Gewöhnliche Hirtentäschel ist eine sehr anpassungsfähige Pflanze. Als Standorte werden Ruderalstellen (z.B. Aufschüttungen, Schotter, Schutthalden), Äcker und Gärten bevorzugt. Die Pflanze ist stickstoff- und lichtliebend und gedeiht auf nährstoffreichen Böden. Das Hirtentäschelkraut kommt bis in die subalpine Höhenstufe vor. Heute ist die Art in den gemäßigten Klimazonen und auch in den tropisch-montanen Gebieten verbreitet; sie kam ursprünglich wohl nur im südlichen Europa und in Westasien vor.

 

Der deutsche Name Hirtentäschel ist die Übersetzung des lateinischen Namens, nämlich „capsella“ von „capsula“ (Kapsel) und „pastor“ (Hirt), womit auf die Form der Früchte, der Schötchen, hingewiesen wird. Verwendet wurden von den alten griechischen und römischen Ärzten offenbar bevorzugt die Samen. Die Indikation war vielseitig, u.a. bei Ischias, auch als Abortivum. Hippokrates z.B. führt Bursa pastoris als Uterusmittel an, im Mittelalter wird die Droge besponders als Hämostyptikum geschätzt. Die Blüten besitzen keine Blühperiodizität, die Pflanze kann deshalb bei günstiger Witterung das ganze Jahr über blühen. Sie bildet unscheinbare homogame bis vorweibliche „Nektar führende Scheibenblumen“. Die Früchte sind vielsamige, zur Reife beide Fruchtklappen abwerfende Schötchen. Die Art ist eines der hartnäckigsten Wildkräuter. Pro Jahr sind bis zu vier Generationen möglich. Eine Pflanze produziert bis zu 64.000 Samen. Im Schleim der Samenschale wurden Eiweiß spaltende Enzyme nachgewiesen. Möglicherweise dienen sie zur Verdauung von kleinsten Tieren, damit deren Abbauprodukte als Zusatznahrung dienen. In diesem Fall würde bei den Samen Karnivorie (fleischfressende Eigenschaft) vorliegen.

 

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL

Hirtentäschelkraut, (Bursae pastoris herba) die getrockneten, blühenden und fruchtenden oberirdische Pflanzenteile.

 

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE 

Aminosäuren und Proteine (ca. 32 %), Flavonoide (u.a. Kämpferol, Luteolin, Diosmetin, Quercetin, Rutin, Diosmin), Phenolcarbonsäuren, Kalium und Calciumsalze, Vitamin C, terpenoide Verbindungen.

 

 

 

Literaturreferenzen:

Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,

Heidelberg.

Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,

Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.

A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftgie Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).

ISBN 3-7750-0104-2.

M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher

Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.

H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.

Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.

Wikipedia; Freie Enzyklopädie.

L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,

1988. 

 

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GUARANÁ - PAULLINIA SORBILIS

Guarana, Seminum Paulliniae, Semen Guaranae

VORKOMMEN

Guaraná ist eine aus dem Amazonasbecken Brasiliens und Venezuelas stammende Lianenart, die zu den Seifenbaumgewächsen (Sapindaceae) gehört. Ihre roten Früchte mit den bitter schmeckenden Kernen zeichnen sich durch ihren hohen Coffeingehalt aus. Guaraná besitzt die stimulierende Wirkung des Kaffees. Die anregende Substanz wird jedoch im Gegensatz zu dem im Kaffee enthaltenen Coffein erst nach und nach freigesetzt; die Wirkung hält somit vier bis sechs Stunden an. Die unterschiedliche Wirkung lässt sich darauf zurückführen, dass das Coffein in den Guaranásamen an Gerbstoffe gebunden ist. Diese Bindung muss erst abgebaut werden, bevor das Coffein freigesetzt wird und seine Wirkung entfalten kann. 

 

1669 wurde die Paullinia vom Jesuitenmissionar J.F. Bettendorf erstmalig beschrieben. Die Pflanze wird bis heute besonders von den Maues-Indianern an einem Nebenfluss des Amazonas kultiviert und als „Geschenk Gottes“ verehrt. Guaraná ist den Indios im Amazonasgebiet schon seit Jahrhunderten bekannt. Die geschälten und getrockneten Samen werden zu einem hellbraunen Pulver zermahlen, in Wasser aufgeschwemmt und mit Honig gesüßt getrunken. Das Getränk wirkt ähnlich wie Kaffee anregend und dämpft Hungergefühle. 1822 erwähnte auch Alexander von Humboldt die therapeutischen Eigenschaften von Guarana. Die Pflanze wurde schließlich seit dem 19. Jh. auch in Deutschland über lange Zeit rezepturmäßig für Migränepulver verarbeitet.

 

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL

Guarana, die geschälten, getrockneten, gerösteten und gepulverten Samen.

 

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Purinderivate, unter anderem Coffein (3,6 - 5,8 %), Theobromin (0,03 - 0,17 %) und Theophyllin (0,02 - 0,06 %), ferner Gerbstoffe (bis 12 %), davon 10 % Proanthocyanidine, 6 % (+)-Catechin und 3 % Epicatechin.

Anwendung als coffeinreichste Droge bei Ermüdungserscheinungen, als Stimulans, Bestandteil zahlreicher Fertigpräparate als „schnelle Muntermacher“, z.T. in Kombination mit Vitamin C und Traubenzucker. In den Heimatgebieten als Anregungsmittel, bei Kopfschmerzen sowie Herz- und Verdauungsbeschwerden, auch zur Entwässerung und bei Fieber.

 

Heute wird aus Guaranáextrakten von vielen brasilianischen Getränkeherstellern (u. a. Antarctica, Brahma, Kicos, Kuat) ein für Brasilien typisches limonadeähnliches Erfrischungsgetränk hergestellt, welches synonym als Guaraná bezeichnet wird. Verbreitung finden auch Schokolade, Kräuter- und Früchtetees, Kaugummi und Energy-Drinks mit Guaranáanteil.

 

 

 

 

Literaturreferenzen:

Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,

Heidelberg.

Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,

Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.

A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).

ISBN 3-7750-0104-2.

M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher

Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.

H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.

Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.

Wikipedia; Freie Enzyklopädie.

L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,

1988.

 

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KAMILLE - MATRICARIA RECUTITA

(Echte) Kamille, (Matricaria recutita L.), Deutsche Kamille, Feldkamille, Hermel, Kamille, Mägdeblume

VORKOMMEN 

Die ursprüngliche Heimat der Echten Kamille sind Süd- und Osteuropa, sowie Vorderasien. Heute ist sie in ganz Europa, Nordamerika und auch in Australien verbreitet. Sie wächst auf Äckern und auf Ödland, bevorzugt auf frischen, nährstoffreichen, meist kalkarmen, eher humosen Lehm- und Tonböden. Sie ist ein Lehmzeiger und kommt bis in die montane Höhenstufe vor, in Tirol steigt sie bis 1.300 m. Handelsware der Echten Kamille stammt meist aus Kulturen. Die wichtigsten Anbauländer sind Argentinien, Ägypten, Bulgarien, Ungarn sowie in geringerem Umfang Spanien, Tschechien und Deutschland.

 

Kamille wurde seit jeher in der Kosmetik und in der Naturheilkunde verwendet. Bei den Ägyptern wurde sie als Blume des Sonnengottes verehrt. Der Gattungsname leitet sich vom Lateinischen „matrix“ (= Gebärmutter; genitive Form = matricis) ab und weist darauf hin, dass die Pflanze volksheilkundlich gegen Frauenleiden verwendet wurde.

 

Die Kamille wird 20 bis 40 cm hoch und trägt 2- bis 3-fach gefiederte Blätter mit feinen, langen Fiedern. Die Blütenköpfchen bestehen aus gelben Röhrenblüten, die auf einem kegelförmig gewölbten Blütenboden stehen, umgeben von ca. 15 weißen Zungenblüten. Ob es sich wirklich um die Echte Kamille handelt, lässt sich mit einem Längsschnitt durch die Blüte feststellen: der Blütenboden muss hohl sein. Die Kamille wächst gerne am Weg- und Ackerrand und blüht von Mai bis September.

 

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL 

Kamillenblüten (Matricariae flos), die getrockneten, ganzen bzw. teilweise oder vollständig zerfallenen Blütenkörbchen und Teile der Blütenstiele.

 

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE 

Ätherisches Öl: 0,3 - 1,5 %, alpha-Bisabolol, Bisabololoxide, Bisabolonoxid, Chamazulen (bis 15 %, tiefblau gefärbt, nicht genuin, entsteht bei der Wasserdampfdestillation aus Matricin), Polyine

Flavonoide: bis zu 6 %, Flavonoidmonoglykoside

Cumarine: Herniarin, Umbelliferon

Weitere Inhaltsstoffe: Polysaccharide (Schleime des Fruchtknotens und Körbchenbodens), Phenolcarbonsäuren

 

Kamillenblüten werden als Entzündungshemmer, zur Krampflösung, gegen Blähungen und als Magenmittel eingesetzt. Sie haben auch eine wundheilungsfördernde, desodorierende und reinigende Wirkung. Hauptanwendungsgebiete sind bei innerlicher Anwendung Schleimhautreizungen im Magen- und Darmtrakt. Äußerliche Anwendung findet die Kamille bei Haut- und Schleimhautentzündungen und bei bakteriellen Hautstörungen.

 

 

 

Literaturreferenzen:

Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,

Heidelberg.

Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,

Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.

A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).

ISBN 3-7750-0104-2.

M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher

Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.

H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.

Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.

Wikipedia; Freie Enzyklopädie.

L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,

1988. 

 

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Lein - Linum usitatissimum

Flachs, Saat-Lein

VORKOMMEN
Lein zählt zu den ältesten Kulturpflanzen. So ist Lein bereits im alten Ägypten verwendet worden. Die Hippokratiker (Menschen die die antike Krankheitslehre der „Säfte“ unterrichten) benutzten die Pflanze zu medizinischen Zwecken, Theophrast beschreibt die Verwendung des Schleims im 4. Jahrhundert v. Chr. und Hildegard von Bingen empfahl Lein zu Umschlägen.

Die wichtigsten Samen-Ölpflanzen, im vorgeschichtlichen Mitteleuropa waren Lein und Mohn. Angesichts der vergleichsweise geringen Nachweisbarkeit dürfte ihre Bedeutung größer gewesen sein, als es das Fundbild nahe legt. Die Samenfunde zeigen, dass der Lein getrennt von anderen Kulturpflanzen angebaut und als Fettlieferant verwendet wurde. Der Gattungsname ist eine direkte Übersetzung von lat. „linum“ (= Lein, Flachs), usitatissimum stellt den Superlativ des lateinischen Wortes „usitatus“ (= gewöhnlich, gebräuchlich), abgeleitet von lat. „usus“ (= Gebrauch, Nutzen), dar und macht damit den hohen Nutzen dieser Pflanze deutlich.

Der Saat-Lein ist einjährig, wird ca. 1 m hoch und wirkt wegen seiner dünnen, schmal lanzettlichen, zugespitzten Blätter sehr zart. In den Blattachseln der oberen Blätter stehen rispig angeordnet die himmelblauen, 5-strahligen Blüten. Die Frucht reift zu einer 10-fächrigen Kapsel heran mit je einem braunen Samen. Je nach Kultursorte können die Blüten auch weiß, hellblau oder lila sein; Blütezeit ist Juni/Juli.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Verwendet werden die reifen, hellbraunen bis rötlichbraunen Samen (Lini semen, Hornsamen, Leinwanzen, Flachslinsen, Flachssamen). Die Droge stammt aus Kulturen in Marokko, Argentinien, Belgien, Ungarn und Indien.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Leinsamen enthalten in der Samenschale Schleimstoffe, im Endosperm fettes Öl mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Leinsamen sind ganz, leicht gequetscht oder geschrotet ein mild wirkendes Laxans, induziert durch die Quellung der Samenschalen im Darm (Volumenreiz).

Mit reichlich Flüssigkeit quellen die Schleime, die daraus resultierende Erhöhung des Füllvolumens im Darm unterstützt einen geregelten Stuhlgang. Leinsamen verkürzen die Transitzeit des Darminhaltes durch den Darm.

Kolonprotektive Wirkung: es wird vermutet, dass Darmbakterium aus der Clostridium-Gruppe aus den Ballaststoffen Lignane bilden, die einen protektiven, schleimhautschützenden Effekt aufweisen.

Aufgrund der Schleimstoffe dient die Droge auch als einhüllendes Mittel (Mucilaginosum). Bei geschrotetem Leinsamen ist zu beachten, dass es sich aufgrund des hohen Ölgehaltes um ein sehr kalorienreiches Nahrungsmittel handelt.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Lärche - Larix decidua

Europäische Lärche (Larix decidua)

VORKOMMEN
Die Europäische Lärche (Larix decidua) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lärchen (Larix) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) und in Europa heimisch. Sie überdauerte die letzte Eiszeit vermutlich in den Karpaten. Nachdem die Art in Österreich bereits 2002 zum Baum des Jahres gekürt wurde, wird ihr in Deutschland diese Ehre im Jahr 2012 zuteil. Die Europäische Lärche ist der einzige in Europa heimische laubabwerfende, winterkahle Nadelbaum. Um Schädigungen an sonnigen Wintertagen zu vermeiden, verliert die Lärche im Herbst ihre Blätter, wie es sonst bei laubabwerfenden Laubbäumen üblich ist.

Die Lärche ist ein sommergrüner Baum, der ein Alter von maximal 600 Jahren, Wuchshöhen von 54 m und Stammdurchmesser (Brusthöhendurchmesser) von 1,5 bis zu 2 m erreicht. Die Baumkrone ist unregelmäßig pyramidal bis schlank-kegelförmig. In Blitzingen im Wallis wurde vor einigen Jahren ein 30 m hoher Baum mit 686 Jahresringen (in 7 m Stammhöhe) gefällt, der also etwa im Jahre 1280 gekeimt haben muss. Trotz des alle sieben bis zehn Jahre aufgetretenen Befalls mit dem Lärchenwickler hätte der gesunde Baum wahrscheinlich noch Jahrhunderte leben können. Im Ultental stehen drei Lärchen, die auf 850 Jahre geschätzt werden.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Lärchenterpentin, Venezianisches Terpentin, Terebinthina Laricina (syn. Balsamum Terebinthinae veneta, Terebinthina laricis, Terebinthina Veneta); ist der frische, durch Anbohren der Stämme von Larix decidua Mill. gewonnene Harzbalsam

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Lärchenterpentin enthält merh als 70 % Oleoresin und ca. 15 % ätherisches Öl. Der Hauptbestandteil des Ätherischen Öls ist a-Pinen (ca. 70 %) als Hauptkomponente, andere Bestandteile sind 3-Caren (ca. 10 %), ß-Pinen (ca. 7 %), ß-Pyron (ca .3 %). Weiters sind enthalten: Borneol, Bornylacetat, Dipenten und Guajacol. Die im Oleoresin enthaltenen Harzsäuren bestehen überwiegend aus Laricinolsäuren (50 - 65 %), Laricorosen (ca. 15 % als unverseifbares Harz) sowie als Hauptbestandteil der neutralen Fraktion Larixylacetat, außerdem u.a. Abietinsäure.

Lärchenterpentin hat antiseptische, hyperämisierende und wundgranulationsfördernde Eigenschaften. Lärchenterpentin wird äußerlich bei Beschwerden des Bewegungsapparat sowie bei Katarrhen der Atemwege verwendet. Volkstümlich wird Lärchenterpentin aufgrund der wundheilungsfördernden Wirkung bei Furunkeln eingesetzt.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Löwenzahn - Taraxacum officinale

Gemeiner Löwenzahn, Ackerzichorie, Butterblume, Kettenblume, Kuhblume, Maiblume, Pfaffendistel, Pferdeblume, Pusteblume, Wiesenlattich

VORKOMMEN
Der Löwenzahn stammt ursprünglich aus dem westlichen Asien und Europa, ist aber, auch durch menschliches Zutun, weit auf der nördlichen Erdhalbkugel verbreitet. Auf der Südhalbkugel kommt er nur sporadisch und dann ausschließlich infolge einer Verschleppung vor. In Mitteleuropa ist er ein häufiges Wildkraut auf Wiesen, an Wegrändern und in Gärten. Als Ruderalpflanze besiedelt er schnell Brachflächen, Schutthalden und Mauerritzen. Er wächst in Gebieten mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 5 bis 26 °C und einem jährlichen Durchschnittsniederschlag von 0,3 bis 2,7 m, auf Böden mit einem pH-Wert von 4,2 bis 8,3. Für Insekten bildet der Löwenzahn eine ideale Futterpflanze, welche bereits im frühen Frühjahr ausreichend Nahrung liefert. Aber auch vom Menschen wird Löwenzahn gern in Salaten genossen.

Der Löwenzahn ist eine mehrjährige Rosettenpflanze mit tief eingeschnittenen, gezähnten Blättern und fleischiger Pfahlwurzel. Die gelben Blütenköpfe stehen einzeln auf hohlen Stängeln. Die kleinen braunen Früchte werden mit Hilfe ihres „Fallschirms” durch den Wind verbreitet. Alle Pflanzenteile scheiden bei Verletzung einen bitteren Milchsaft aus. „Löwenzahn” stellt einen formenreichen Artkomplex mit ständiger Sippenbildung dar, so dass die Bestimmung schwierig ist. Der englische Trivialname „dandelion” ist eine Verballhornung des französischen „Dent de Lion“ (Löwenzahn) - ein Hinweis auf die scharfen Zähne an den Blättern.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Folgende Pflanzenteile werden verwendet: Löwenzahnkraut (Taraxaci herba), Löwenzahnwurzel (Taraxaci radix) Löwenzahnwurzel mit Kraut (Taraxaci herba cum radice)

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Bitterstoffe: Sesquiterpene vom Eudesmanolid- und Germacranolidtyp.
Triterpene: Taraxasterol u. a.
Weitere Inhaltsstoffe: Phenolische Verbindungen (Taraxacosid, Phenolcarbonsäuren, Flavonoide), in der Wurzel Kohlenhydrate (Schleim, Fruktose und Inulin), im Kraut mineralische Bestandteile (bis zu 4,5 % Kalium).

Die wichtigsten Wirkstoffe des Löwenzahns sind die Bitterstoffe. Sie fördern allgemein die Sekretion der Verdauungsdrüsen. Anwendung finden die Drogen bei Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl, schlechter Fettverdauung, Blähungen, bei Störungen im Bereich des Gallenabflusses und zur Anregung der Harnausscheidung bei Neigung zur Steinbildung.

Die Volksheilkunde nutzt die Drogen außerdem als „Ausleitung“ bei rheumatisch-gichtischer Diathese und Störungen des Hautstoffwechsels, verbreitet auch die frischen jungen Blätter zu Frühjahrskuren als Salat oder Presssaft zur Unterstützung des Leberstoffwechsels und gegen Frühjahrsmüdigkeit. Die im Herbst geernteten inulinreichen Wurzeln dienen (heute wieder) geröstet als Kaffee-Ersatz.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Rosskastanie - Aesculus hippocastanum

Gemeine Rosskastanie oder Weiße Rosskastanie

VORKOMMEN
Die Gemeine Rosskastanie ist eine auf dem Balkan heimische, in Mitteleuropa verbreitet angepflanzte Art der Gattung Rosskastanien (Aesculus). Sie scheint den antiken Autoren nicht bekannt gewesen zu sein, obwohl die Art in den Gebirgen Griechenlands wächst. Sie gelangte mit den Osmanen, die sie als Pferdefutter nutzten, nach Mitteleuropa. Der erste Bericht stammt vom kaiserlichen Gesandten Busbecq aus Konstantinopel 1557. Ungnad brachte die Pflanze 1576 nach Wien, wo sie von Carolus Clusius angepflanzt wurde. Clusius sorgte durch den Versand der Samen für eine Verbreitung in ganz Europa.

Die Rosskastanie wurde rasch zu einem Modebaum, zunächst in fürstlichen Parks und Alleen. Ab dem 18. Jahrhundert wurde sie verbreitet als Alleebaum gepflanzt. Im 19. Jahrhundert wurde sie in Deutschland sehr häufig in den neu entstehenden Volksgärten gepflanzt. So wurde sie zu einem „Charakterbaum der städtischen Grünanlagen“.

Die Gewöhnliche Rosskastanie wird vielfach genutzt, ist jedoch keine wirtschaftlich bedeutende Baumart. Das Holz wird zu Furnieren in der Möbelerzeugung, für Schnitzereien und als Verpackungsmaterial verwendet. Die Holzkohle dient zur Herstellung von Schießpulver. Aus den Samen werden die Saponine zur Herstellung von Kosmetika, Farben und Schäumen gewonnen, die Stärke wird zu Alkohol und Milchsäure vergoren, die Öle werden zu Seifenpulver verarbeitet. Die Samen werden auch zur Winterfütterung von Rothirschen, Rehen und anderen Schalenwildarten verwendet. Die Blüten bilden ausgiebig Nektar und Pollen und sind damit eine gute Bienenweide.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Als Droge werden hauptsächlich die frischen oder getrockneten Rosskastaniensamen, Hippocastani semen, verwendet. Seltener eingesetzt werden die Rosskastanienrinde (Hippocastani cortex) und Rosskastanienblätter (Hippocastani folium).

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Als relevanter Inhaltsstoff wird vor allem das Triterpensaponin-Gemisch Aescin (3 %) angesehen. Daneben enthalten die Samen unter anderem Flavonoide, Cumarine, Gerbstoffe und Nährstoffe (50 - 60 % Stärke, 8 - 10 % Protein, 7 - 8 % fettes Öl).

Ödemprotektive Wirkung: Aescin senkt die Kapillarpermeabilität, was mit einer Senkung der Konzentration bei Venenerkrankungen vermehrt auftretender lysosomaler Enzyme erklärt wird. Rosskastanienextrakte verringern den Einstrom von Wasser aus den Blutgefäßen in den Extravasalraum, wodurch venös bedingte Ödeme nicht so rasch entstehen bzw. bestehende Ödeme beseitigt werden.

Tonus steigernde Wirkung: Der Tonus der Beinvenen wird erhöht, wodurch die Symptome der chronisch venösen Insuffizienz gebessert werden.

Die Rosskastanie und ihre Bestandteile wurden ebenso in der Volksmedizin gerne eingesetzt. Dabei wurde die Rinde, die reich an Gerbstoffen ist, bei Durchfallerkrankungen und Hämorrhoiden angewandt, die Blätter hingegen als Hustensaft verwendet.  




Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Nachtkerze - Oenotherae biennis

Gemeine Nachtkerze, Eierblume, Gelbe Rapunzel, Gelber Nachtschatten, Härekraut, Nachtschlüsselblume, Rübenwurzel, Schinkenkraut, Stolzer Heinrich, Weinblume

VORKOMMEN
Die Gemeine Nachtkerze ist eine ursprünglich in Nordamerika beheimatete Pflanze. Sie ist in vielen Teilen der Welt als Ruderalpflanze verbreitet; wichtig ist der gewerbliche Anbau zur Gewinnung von Nachtkerzenöl. Die Samenproduktion liegt weltweit bei ca. 4.000 Tonnen.

Der Gattungsname Oenothera leitet sich vom griechischen „oinotheris“ (Blume mit Weingeruch der Wurzel) ab; während „biennis“ (zweijährig) auf die Zweijährigkeit der Pflanze hinweist. Die Bezeichnung „Nachtkerze“ bezieht sich auf die beginnende Öffnung der Blüten am Abend und deren Bestäubung durch Nachtfalter.

Die Nachtkerze ist eine zweijährige Pflanze mit flacher Laubrosette im ersten Jahr und bis zu 1,4 m hohem Blütenstand im zweiten Jahr. Die länglichen Samenkapseln enthalten zahlreiche Samen (bis zu 150.000 Samen pro Pflanze). Ihre weite Verbreitung in Europa ist vor allem auf ihren im 18. und 19. Jahrhundert häufigen Anbau als Gemüsepflanze zurückzuführen. Alte Sprichwörter behaupteten, dass ein Pfund der Nachtkerzenwurzel so viel Kraft gebe wie ein Zentner Ochsenfleisch. Die Gemeine Nachtkerze zählt deshalb bis heute zu den typischen Pflanzen des Bauerngartens, auch wenn sie heute nur noch als Zierpflanze angebaut wird.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Oenotherae oleum (syn. Oenothera biennis oleum, Oleum Oenotherae, Oleum Oenotherae biennis), Nachtkerzenöl (syn. Rhapontikaöl), das aus den Samen gewonnene fette Öl.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Triglycerole 65 bis 80 % Linolsäure und als Besonderheit 8 bis 14 % Gamma-Linolensäure. Gamma-Linolensäure (GLS) ist eine essenzielle Fettsäure (d. h. für die normalen Körperfunktionen des Menschen unentbehrlich), denn sie ist eine Vorstufe von Dihomo-γ-Linolensäure und Arachidonsäure, von denen sich wiederum die Prostaglandine und Leukotriene ableiten. Diese Gewebshormone beeinflussen den Cholesterolspiegel, die Dilatation der Blutgefässe und Entzündungsreaktionen. Das für die Umwandlung von Linolsäure in Gamma-Linolensäure verantwortliche Enzym fehlt anscheinend einem Teil der Bevölkerung (10 - 20 %), insbesondere Menschen mit Neurodermitis. Die Wirksamkeit von GLS bei entzündlichen Hautproblemen wurde durch mehrere klinische Studien belegt.

Anwendung: In Kapselform als Fertigarzneimittel zur Arterioskleroseprophylaxe (0,1 - 6 g/d) sowie beim atopischen Ekzem.
Das Nachtkerzenöl findet aufgrund seiner Wirkungen auch Verwendung als Wirkstoff und Additiv in kosmetischen Mitteln, speziell in Hautcremes. Die ungesättigten Fettsäuren wirken hier vor allem bei reizempfindlicher Haut beruhigend und können dementsprechend vor allem bei trockener, schuppiger und juckender Haut wohltend verwendet werden. Als Ölbestandteil in Cremes schützt es die Haut vor Feuchtigkeitsverlusten, lässt raue Stellen verschwinden und fördert das Zellwachstum und die Zellregeneration.




Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Mistel - Viscum album

Weißbeerige Mistel, Drudenfuss, Elfklatte, Geisskrut, Hexenbesen, Leimmistel, Vogelchrut, Vogelkläb, Vogelmistel, Wespe, Wintergrün

VORKOMMEN
Das Verbreitungsgebiet der Weißbeerigen Mistel sind die wintermilden Regionen Südskandinaviens sowie Mittel- und Südeuropas. Dort wächst sie zerstreut auf Laubbäumen wie z. B. verschiedenen Obstbaumarten, Linden, Ahorn oder Weissdorn, bevorzugt an basenreichen Standorten. Als Halbschmarotzer lebt sie auf Bäumen und entzieht dem „Wirt“ nur Wasser und Nährsalze. Die energiereichen organischen Verbindungen produziert die Mistel selbst mit ihren eigenen, das ganze Jahr über grünen Blättern durch Photosynthese. Somit wird der Wirtsbaum durch Mistelbewuchs nicht nachhaltig geschädigt.

Im Laufe der Jahre wachsen Misteln häufig zu kugeligen Büscheln heran, die bis zu einem Meter Durchmesser erreichen können. An den Enden der gleichmäßig gabelig verzweigten Sprosse der Mistel sitzen die lederigen Blätter, die mehrjährig oder einjährig sein können. Die eingeschlechtlichen unscheinbaren Blüten sitzen in der Gabel zwischen den Zweigen. Die Früchte der Weißen Mistel sind weiße, ein- bis zweisamige runde Scheinbeeren. Die Samen sind von einem zähen, schleimig klebrigen Fruchtfleisch umgeben. Die Blütezeit der Weißen Mistel ist von Juni bis September. Die Beeren reifen spät im Herbst. Nach einem alten Brauch werden grüne Mistelzweige mit den weißen Beeren in der Weihnachtszeit zur Abwehr von Dämonen an den Türen der Häuser angebracht.

Der lateinische Name Viscum album nimmt möglicherweise Bezug auf die Tatsache, dass früher aus den weißen Beeren der sogenannte Vogelleim hergestellt wurde (lat. „viscum“ = Leim). Damit bestrich man Leimruten und fing damit die als Mahlzeit begehrten Singvögel, vor allem die Misteldrossel (Turdus viscivorus). Die deutsche Bezeichnung „Mistel“ spielt darauf an, dass die Pflanze sich mit Hilfe des Vogelmists fortpflanzt. Die Beeren werden von Drosseln gefressen, wobei die Samen den Vogeldarm unverdaut passieren und so durch die Kotabscheidung verbreitet werden.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Mistelkraut (Visci albi herba), die geschnittenen, getrockneten, jüngeren Zweige mit Blättern, Blüten und vereinzelten Früchten von Viscum album L.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Die Pflanze enthält viel Lektine (0,1 %), Glykoproteine, die an spezifische Zuckermoleküle binden können (Mistellektin I-III), jedes besteht aus zahlreichen Isolektinen. Von besonderem Interesse sind bis zu 0,1% Viscotoxine, d.h. Polypeptide (Viscotoxine A, B, P) aus 46 Aminosäuren. Ferner kommen vor: Schleimstoffe, Polysaccharide, Phenylpropane, Kaffeesäurederivate, Flavonoide.

Mistelkraut wird in der Volksheilkunde zur Regulierung und Stabilisierung des Kreislaufes und zur Prophylaxe der Gefäßalterung angewendet.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
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Olivenbaum - Olea europaea L.

Olea officinarum, Olea pallida, Ölbaum

VORKOMMEN
Der Olivenbaum (Olea europaea), auch Echter Ölbaum genannt, ist ein mittelgroßer, im Alter oft knorriger Baum aus der Gattung der Ölbäume (Olea), die zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) gehört. Er wird seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. als Nutzpflanze kultiviert

Der Ölbaum ist eine uralte Kulturpflanze des Mittelmeergebietes und findet bereits in der Bibel Erwähnung. Bei den antiken Völkern spielte er eine große Rolle, u.a. als Zeichen des Friedens. Aus Griechenland kam der Baum im 7. Jahrhundert v.Chr. nach Italien. Der Gattungsname leitet sich vom griechischen „nerion“ bzw. dem lateinischen „ólea“ (Ölbaum) ab. Das älteste schriftliche Zeugnis der Verwendung von Olivenöl findet sich bei Homer. Vor den Olympischen Spielen machten die Sportler eine Diät mit viel Olivenöl. Zugleich spielte das Olivenöl auch in der Volksmedizin des ländlichen Griechenland eine Rolle, einerseits als universelles Therapeutikum, andererseits als Tee (zusammen mit den Blättern des Baumes) gegen Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen. Plinius der Ältere (Naturalis Historia XXIII, 79) unterschied sorgsam das Olivenöl als Medicinalie, das „tenue, odoratum quodque non mordeat“, sein musste, im Gegensatz zu dem, das er für die Speisen wählte.

Die Früchte wurden auch von Hildegard von Bingen als Nahrungs- und Arzneimittel gerühmt, ebenso auch von den Kräuterbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts, die unter anderen die unreif konservierten Oliven als appetitanregendes und magenstärkendes Mittel hervorheben.


ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Olivenöl (syn. Baumöl), Olivae oleum (syn. Oleum Olivae, Oleum Olivarum); das durch Kaltpressung aus den reifen Steinfrüchten (Fructus Oleae) gewonnene, fette Öl. Mitunter wird das Öl der ersten Pressung, das das feinste Öl darstellt, als Jungfernöl und das der zweiten, stärkeren Pressung als Provenceöl bezeichnet.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Acylglycerole (95 - 99 %) mit Ölsäure (56 - 83 %), Palmitinsäure (7,5 - 20 %), Linolsäure (3,5 - 20 %), Stearinsäure (0,5 - 3,5 %), Palmitoleinsäure (0,3 - 3,5 %) und Linolensäure (0,6 - 1 %) als vorherrschenden Fettsäurekomponenten sowie eine unverseifbare Fraktion (0,5 - 1,5 %). Diese enthält phenolische Verbindungen, u.a. Protocatechusäure, Sterole, Tocopherole, sowie als Hauptbestandteil der Kohlenwasserstofffraktion das Triterpen Squalen (0,12 - 0,7 %).

Anwendung als Arzneiträger für lipophile Arzneistoffe sowohl zur peroralen und percutanen, z.B. für Salben oder Cremen, als auch zur parenteralen Applikation. Volkstümlich nutzt man Olivenöl auch als Darmgleitmittel, bei Obstipation und Gallensteinerkankungen sowie äußerlich bei Hautleiden, u.a. bei Psoriasis. Wegen des Risikos einer Gallenkolik ist die Anwendung bei Gallensteinleiden abzulehnen.

In seiner Fettsäurenzusammensetzung ähnelt das Öl dem menschlichen Unterhautfettgewebe und eignet sich daher besonders für die tägliche Hautpflege. Einen wichtigen Inhaltsstoff des Öls stellt das natürliche Vitamin E dar, welches für eine elastische Haut sorgt und vor freien Radikalen schützt.





Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Schachtelhalm - Equisetum arvense

Ackerschachtelhalm, Katzenschwanz, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schachtelhalm, Schafheu, Schafstroh, Scheuergras, Zinngras, Zinnkraut

VORKOMMEN
Der Ackerschachtelhalm ist in ganz Europa, Asien und Nordamerika von den warmen Zonen bis weit in arktische Gebiete anzutreffen. Er ist von allen Equisetum-Arten die verbreitetste und wächst als Ruderalpflanze gerne auf lehmhaltigen Sandböden oder Wiesenrändern. Bereits im Altertum wurde Equisetum als harntreibendes Mittel und zur Wundbehandlung genutzt. Dioskurides beschreibt die Hippuris als harntreibend, dagegen nennt Plinius die Pflanze erstmalig Equisetum und hebt die blutstillenden Eigenschaften der Droge hervor. Schachtelhalmgewächse sind Sporenpflanzen, die im Mesozoikum zahlreich vertreten waren, heute jedoch mit nur noch ungefähr 30 Arten auf der Erde vertreten sind. Allerdings sind diese auf der ganzen Erde zu finden, sodass der Ackerschachtelhalm in den gemäßigten Zonen der nördlichen Erdhalbkugel verbreitet vorkommt. Der Ackerschachtelhalm ist eine mehrjährige Pflanze und erreicht oberirdisch Wuchshöhen von 10 bis 50 cm. Er treibt zähe Wurzeln weit verzweigend unter der Erdoberfläche tief in den Boden. Die Pflanze blüht nicht, sondern vermehrt sich durch Bildung von Sporen.

Der aufrechte hohle Halm verzweigt sich in kurzen Abständen wirtelig. An der Verzweigungsstelle bildet sich ein Ring aus schuppenartigen, zugespitzten, miteinander verwachsenen kleinen Blättchen aus, quasi eine Blattscheide. In diese sind die einzelnen Internodien „eingeschachtelt“, daher „Schachtel“-Halm. Der Gattungsname Equisetum leitet sich von lat. „equus“ (= Pferd) und lat. „seta“ (= Tierhaar, Borste) ab, womit die steifen Borstenhaare der Nackenmähne eines Pferdes gemeint sind, denen der Schachtelhalm ähnelt. Durch Kieselsäureeinlagerungen sind die Stängel rau und hart, weshalb die Pflanze früher als Scheuermittel, insbesondere als Zinnputzmittel, verwendet wurde. Daher heißt sie volkstümlich auch „Zinnkraut“.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Schachtelhalmkraut (Equiseti herba), der in den Sommermonaten gesammelte und getrocknete (geschnittene) sterile Spross von Equisetum arvense L. (Equisetaceae).

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Die Droge enthält 5 - 8 % Kieselsäure (auch wasserlösliche Silikate) sowie 1,5 % Kalium- und Aluminiumsalze. Verschiedene Flavonoide, wie mehrere Glykoside und Ester von Quercetin und Kämpferol, kommen vor. Wichtig sind ferner Equisetolsäure (eine seltene Dicarbonsäure) und Spuren von Alkaloiden (Nicotin, Palustrin).

Die Droge wird vorwiegend zum Harntreiben bei Neigung zu Übersäuerung, zur Reinigung der ableitenden Harnwege, Nierengries sowie posttraumatischem und ausgeprägtem Wasserstau verwendet. Die Einnahme entspannt auch den unteren Rücken.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Schafgarbe - Achillea millefolium

Gemeine Schafgarbe, Achilleskraut, Tausendblatt, Bauchwehkraut, Bertramsgarbe, Grundheil,Gachelkraut, Schafzunge, Zangeblume, Feldgarbenkraut, Garbenkraut, Katzenkraut

VORKOMMEN
Die Achillea-Arten sind in den subtropischen bis gemäßigten Zonen Eurasiens beheimatet. In ganz Europa sind sie bis zum Polarkreis und auch in den Alpen heimisch. Der Gattungsname Achillea geht auf Achilles, den Helden des trojanischen Krieges, zurück, der die Pflanze als Droge entdeckt und zur Wundheilung verwendet haben soll, während der Artname millefolium die vielen fein zerteilten Blätter zum Ausdruck bringt. Seit Dioskurides ist die Anwendung von Achillea, dem „Soldatenkraut mit den vielen Blättern“, zur Wundheilung dokumentiert. Die deutsche Bezeichnung Schafgarbe weist darauf hin, dass die Pflanze gern von Schafen gefressen wird.

Zur Achillea-millefolium-Gruppe gehören viele Kleinarten, die mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen an Boden und Klima verschiedene Areale in ganz Europa besiedeln. Bei uns findet man sie auf Wiesen, Weiden, Trockenrasen und an Wegrändern.

Schafgarben sind mehrjährige Pflanzen mit vielen unterirdischen Rhizomen und 2- bis 3-fach gefiederten, frischgrünen Blättern. Viele Blütenköpfchen stehen in Doldenrispen endständig am oben stark verzweigten Stängel. Sie sind mit 5 bis 8 mm im Durchmesser relativ klein und tragen 4 bis 6 weiße bis rosarote rundliche Zungenblüten und nur wenige blassgelbe Röhrenblüten.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Schafgarbenkraut (Millefolii herba) besteht aus den geschnittenen, getrockneten Triebspitzen von Achillea millefolium L.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Inhaltsstoffe der Schafgarben sind Proazulen, Ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide, Chamazulen (in seiner Vorstufe Matricin), Kampfer, Achillein und andere Bitterstoffe sowie verschiedene Mineralien (vor allem Kalium).

Lindernde Eigenschaften sind nachgewiesen worden und werden hauptsächlich den Sesquiterpenlactonen und Azulenen zugeschrieben. Die Flavonoide gelten als krampflösend, während die Alkaloide Fieber und Blutdruck senkende Eigenschaften besitzen.

Verwendung finden die blühenden Schafgarben als Bitter-Tonika bei Verdauungsstörungen und Koliken. Zudem werden die Blüten zur Pflege der Gesichtshaut in Dampfbädern eingesetzt. Die frischen Triebe und Blätter können außerdem als Beigabe zu Salaten verwendet werden und die ätherischen Öle wirken schleimlösend.

Sie wird heutzutage hauptsächlich bei Appetitmangel und geringfügigen Verdauungsbeschwerden empfohlen. Bei bestehenden Allergien gegen Schafgarbe oder andere Korbblütler müssen Schafgarbenzubereitungen gemieden werden.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Süßholz Lakritze - Glycyrrhiza glabra

Süßholz, Deutsches Süßholz, Gemeines Süßholz, Lakritze, Lakritzen, Spanisches Süßholz

VORKOMMEN
Mittelmeergebiet bis Zentralasien; in vielen Teilen der Welt angebaut. Gedeiht auch gut im Garten. Der Gattungsname Glycyrrhiza, der bereits im Altertum gebräuchlich war, leitet sich vom griechischen „glykys“ (süss) und „rhiza“ (Wurzel) ab. Auch später geprägte Namen wie Liquiritia, Lakrize oder Likrizen sind Umwandlungen von Glycyrrhiza. Der lateinische Artname „glabra“ (kahl, klebrig) weist auf die unterseits drüsigklebrigen Blätter hin. Das Süßholz wurde bei den alten Griechen und Römern außerordentlich geschätzt. So rühmten bereits Dioskurides und Theophrast den Saft der Wurzel als gutes Mittel bei Husten und Rachenkatarrh.

Die Anwendung der Droge fand im Mittelalter große Beachtung, so auch in den bekannten Kräuterbüchern. In Bamberg wurde beispielsweise im 15. Jh. die „Süßholzkultur“ eingeführt, die im 16. Jahrhundert noch sehr ausgedehnt wurde. Noch heute ist das Süßholz ein Wahrzeichen der Stadt. Im Mittelalter erfolgte auch eine Umwandlung des griechischen Namens Glykyrrhiza in das barbaro-lateinische Liquiritia, wie er auch noch heute existiert.

Mit verschiedenen Varietäten besiedelt das Süßholz ein großes Gebiet vom südöstlichen Europa über Vorderasien, Ukraine, Mittelrussland, südliches Sibirien, Afghanistan bis zum westlichen China. Angebaut wird die Pflanze in den warmgemäßigten bis subtropischen Ländern aller Kontinente. Die langlebige, bis über 1 m hohe Staude ist mit einer langen, dicken Pfahlwurzel und dicken Nebenwurzeln im Boden verankert. Aus den Wurzeln wird ein „Süßholzsaft“ (Liquiritiae succus) gewonnen, der in die weltweit beliebten Lakritz-Süßwaren eingearbeitet wird. Dazu werden die frischen Wurzeln zerkleinert und mit Wasser viele Stunden ausgekocht. Der so gewonnene Saft wird dann ganz langsam bis zur zähflüssigen Konsistenz eingedickt. Bei diesem Vorgang bildet sich das so typische Lakritzaroma.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Süßholzwurzel (Radix liquiritiae), besteht aus den getrockneten, ungeschälten oder geschälten, ganzen oder zerschnittenen Wurzeln und Ausläufern von Glycyrrhiza glabra L.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Verschiedene Flavonoide, eine Vielzahl von Isoflavonoiden sowie Chalcone kommen vor. Die Haupt-Flavonoide und -Chalcone in der frischen Wurzel (Liquiritin bzw. Isoliquiritin) werden bei der Trocknung teilweise hydrolysiert. Das Haupt-Triterpensaponin ist Glycyrrhizinsäure (2 - 15 %) und sein Aglykon Glycyrrhetinsäure kommen gemeinsam mit 24-Hydroxyglycyrrhetinsäure (diese ist 50 - 100 Mal süßer als Zucker) und verschiedenen weiteren Saponinen vor.

Süßholz wird seit der Antike bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür sowie Gastritis und Husten verwendet. Ferner zur symptomatischen Behandlung von Verdauungsbeschwerden (Völlegefühl und Blähungen) sowie äußerlich bei Hautleiden. Weiters zur Gewinnung von Glycyrrhizinsäure (die äußerlich wegen ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften, insbesondere bei Hautjucken, Hämorrhoiden, Sonnenbrand und Insektenstichen genutzt wird).



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Tausendguldenkraut - Erythraea centaurium

Tausendguldenkraut (Centaurii herba) Bitterkraut, Erdgallenkraut, Fieberkraut, Roter Aurin, Tausendgüldenkraut

VORKOMMEN
Mit zahlreichen regional verbreiteten Unterarten wächst die Pflanze in Europa vom Mittelmeer bis zu den Britischen Inseln und Skandinavien, auch in Nordafrika, Nordamerika und im westlichen Asien. Der Gattungsname Centaurium leitet sich ab von griech. „kentaureion“ (= zu den Kentauren gehörig). Die Kentauren sind heilkundige Wald- und Bergbewohner; bei Homer sind sie noch ohne die ihnen später beigelegte Pferdegestalt. Das Artepitheton erythraea (von lat. „erythraeus“ = rötlich) greift die Farbe der rosaroten Blüten auf. Im deutschen Namen wird der auf den gleichsam mit Gold kaum zu bezahlende Heilwert der Pflanze angesprochen, wobei „centum aurei“ (lat.) eigentlich nur hundert Goldstücke waren. Deshalb hieß die Pflanze zunächst Hundertguldenkraut, später dann übertreibend mit Tausendgüldenkraut übersetzt.

Diese ein- bis zweijährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 50 cm. Die Grundblätter bilden eine Rosette und die ganzrandigen Laubblätter am hohlen Stängel sind kreuzgegenständig. Die fünfzähligen, zwittrigen Blüten weisen einen Durchmesser von 9 bis 15 mm auf. Die Hauptblütezeit reicht von Juni bis September, die Blüten öffnen sich nur bei Sonnenschein. Die Droge wird aus Ungarn, Rumänien, Jugoslawien und Marokko importiert.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Tausendguldenkraut besteht aus den geschnittenen, getrockneten oberirdischen Teilen blühender Pflanzen von Erythraea centaurium L.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Bitterstoffe, wie Secoiridoidglykoside, besonders Swertiamarin, ferner Xanthone, Flavonoide, Triterpene und Phenolcarbonsäurederivate, u.a. Protocatechu-, Syringa-, Kaffeesäure und Ferulasäure.

Diese Bitterstoffe wirken appetitanregend, indem sie sowohl direkt als auch reflektorisch zur einer verstärkten Sekretion von Speichel und Verdauungssäften führen. Die Erregung geht von den Geschmacksknospen des Zungengrundes aus und reizt den Nervus vagus, wodurch die Drüsenzellen der Magenschleimhaut zur verstärkten Produktion von Salzsäure und Pepsinogen veranlasst werden. Das Proenzym Pepsinogen ist die (inaktive) Vorstufe des eiweissspaltenden Pepsins. Erreichen die Bitterstoffe den Magen, wird in einer zweiten Phase das Hormon Gastrin freigesetzt, das ebenfalls sekretionssteigernd wirkt und die Magenmotorik sowie die Produktion von Gallen- und Pankreassaft anregt. Gleichzeitig wird durch die vermehrte Bildung von Salzsäure ein Säuregrad erreicht, der ein Aktivitätsoptimum für die Verdauungsenzyme ist. Insgesamt wird somit durch die Bitterstoffe der Appetit angeregt, die Entleerung des Magens nach der Speiseaufnahme beschleunigt und die Resorption von Nahrungsstoffen gefördert. Tausendguldenkraut wird bei Appetitlosigkeit, dyspeptischen Beschwerden angewendet. Es ist Bestandteil von Magentees zur Anregung der Magensaftproduktion.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Wermut - Artemisia absinthium

Echter Wermut, Absinth, Bitterer Beifuß, Wurmkraut

VORKOMMEN
Wermut kommt natürlich im gemäßigten Eurasien, sowie in Nordafrika vor. Er wächst bevorzugt auf trockenen Böden oder auf sandig-tonigen Böden in der Nähe von Wasserläufen. Er wächst in Höhen bis zu 3.500 m. In Nordamerika wurde der Wermut eingeführt und kommt in sich selbst erhaltenden Populationen vor. Die Herkunft des Artnamens „absinthium“ ist unklar. Nach Dioskurides stammt er von apsinthos (unerfreulich) oder von apinthos (untrinkbar) ab. Offen ist auch, ob die deutsche Bezeichnung „Wermut“ sich aus „warm“ oder „Wurm“ gebildet hat. Die Verwendung als Wurmmittel ist belegt und im englischen Namen „wormwood“ wiederzufinden.

Nach Dioskurides haben bereits die alten Ägypter den Wermut als „Somi“ gekannt, der in der Form Saam im Papyrus Ebers vorkommt. Bei den latinischen Festen erhielt der Sieger im Wettrennen mit Stiergespannen auf dem Kapitol einen Wermuttrank. Bedeutung hat der Wermut über die Jahrtausende bis in die Gegenwart sowohl als Arznei- als auch als Genussmittel behalten. Wermut ist ein mehrjähriger, bis 1 m hoher Halbstrauch mit aromatisch riechenden, 2- bis 3fach fiederteiligen, beiderseits dicht seidig behaarten Blättern. Die kleinen, gelben, fast kugeligen Blütenköpfchen sind in reich verzweigten Rispen angeordnet. Der Halbstrauch friert bei uns bis zum Boden ab.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Wermutkraut (Absinthii herba) besteht aus den geschnittenen, getrockneten basalen Laubblättern oder den getrockneten, zur Blütezeit gesammelten, oberen Sprossteilen und Laubblättern oder einer Mischung der angeführten Pflanzenteile von Artemisia absinthium L.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Aetherisches Öl (0,2 - 1,5 %), je nach Herkunft variiert dessen Zusammensetzung, dominierend sind Thujon, cis-Epoxyocimen, trans-Sabinylacetat und Chysanthenylacetat, ferner wurden Sesquiterpene identifiziert, unter anderem α-Bisabolol, β-Curcumen sowie Spathulenol. Weitere Bestandteile sind Sesquiterpenlacton-Bitterstoffe, besonders das dimere Guajanolid Absinthin (0,20 - 0,28 %), ferner Anabsinthin, Artabsin, Artabin und Matricin sowie Flavonolglykoside.

Die Wirkung von Wermut als aromatischer Magenbitter und antimikrobielles Mittel beruht auf den Bitterstoffen und dem ätherischen Öl. Thujon verstärkt die Alkoholwirkung.

Wermut wird traditionell zur Appetitanregung und bei dyspeptischen Beschwerden eingesetzt, ebenso zur Beruhigung der Magenschleimhaut und Unterstützung der Gallenblasenfunktion.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Zimtbaum – Cinnamomum zeylanicum

Ceylon-Zimtbaum oder Echter Zimtbaum (Cinnamomum verum)

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Die ursprüngliche Heimat ist Sri Lanka (Ceylon). Heute wird diese Art in vielen tropischen Ländern angebaut. Im tropischen Asien, auf den Karibischen Inseln und den Seychellen ist die Art verwildert.

Zimt ist eines der ältesten Gewürze, das angeblich schon 3000 v. Chr. in China als Gewürz verwendet wurde. Der Portugiese Vasco da Gama brachte 1502, nach seiner Landung im Jahre 1498 auf der südindischen Insel Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, dieses Gewürz schließlich nach Europa. Bekannt ist der Echte Zimtbaum insbesondere durch das Gewürz Zimtrinde.

Das Aroma des Zimtbaumes geht auf das in ihm enthaltene Zimtöl zurück, das zu 75 % aus Zimtaldehyd besteht. Die Zimtblätter werden als Ersatz für indische Lorbeerblätter verwendet. Die „Zimtblüten“ genannten, unreifen Früchte werden auch als Gewürz verwendet. Die Zimtrinde stammt von den dünneren Zweigen der 6 bis 12 m hohen, immergrünen Bäume. Die in Kultur befindlichen Bäume werden wie Korbweiden kurz gehalten, damit der Stängelanteil hoch ist. Von den Stängeln wird die Rinde mit Messern abgelöst und um Rundhölzer gelegt. Dann werden mit scharfen Messern die Korkschicht und ein Teil der Außenrinde entfernt. Die verbleibende innere Rindenschicht rollt sich dabei ein. 8 bis 10 Rindenstücke werden dann ineinander gesteckt und im Schatten getrocknet.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Ceylonzimtrinde (Cinnamomi ceylanici cortex, syn. Echter Kanel, Echter Zimt, Java-Zimt, Malabar-Zimt), die getrockneten, vom äußeren Kork und darunter liegendem Parenchym befreite Rinde junger Schößlinge. Achtung! Zimt wird auch aus anderen Arten der Gattung Cinnamomum hergestellt, insbesondere der Zimtkassie (Chinesischer Zimtbaum, Cinnamomum cassia). Ceylonzimt darf nicht mit „Chinesischem Zimt / Cassiazimt“ verwechselt werden. Beide Arten unterscheiden sich sehr stark in ihrem Cumaringehalt. Cumarin ist ein Lebergift. Während die arzneilich verwendete Zeylonzimtrinde nur unbedenkliche 8 mg Cumarin pro kg enthält, enthält die Cassiazimtrinde bis zu 8.000 mg Cumarin pro kg) Die im Lebensmittelhandel befindlichen Zimtsorten stammen aber meist vom Cassiazimt.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Ätherisches Öl (0,5 - 4 % mit Zimtaldehyd und Eugenol), Procyanidine, Diterpene (Cinnzeylanol, Cinnzeylanin), Phenolcarbonsäuren, Zucker (Mannit, Arabinose, Xylose), Schleim.

Ceylonzimtrinde wird bei Appetitlosigkeit (Zimttinktur) und dyspeptischen Beschwerden, in der Volksheilkunde auch bei Diarrhoe, Erkältungen, Grippe und Wurmbefall verwendet. Zimtrinde ist ein häufig verwendetes Gewürz in fast allen Kulturkreisen. Bei Überempfindlichkeit gegen Zimt, Tolu- oder Perubalsam soll Zimtrinde nicht eingenommen werden.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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Zitronenmelisse - Melissa officinalis

Zitronenmelisse (Melissa officinalis), Melisse, Citronelle, Herzkraut

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Die Melisse war ursprünglich in Kleinasien bis nach Südwestsibirien beheimatet. Heute wird sie in Mitteleuropa kultiviert und kommt dort vereinzelt auch verwildert vor. Sie wird sehr gerne von Bienen aufgesucht, was sich im Gattungsnamen widerspiegelt (griech. „melissa“ = Biene), der sich auch mit dem angenehmen Duft des Honigs in Verbindung bringen lässt (griech. „meli“ = Honig). Das Artepitheton „officinalis“ lässt darauf schließen, dass es sich um eine alte Arzneipflanze handelt, denn die „Offizin“ ist der Verkaufsraum einer Apotheke und  „officinalis“ bedeutet: in den Apotheken gebraucht.

Die antiken Ärzte nutzten sie aber auch als Heilpflanze bei Frauenleiden. Später wurde die Pflanze von den Arabern kultiviert. In Deutschland ist ein Anbau der Melisse erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts festzustellen. Als Bestandteil des Karmelitergeistes bzw. des späteren Spiritus Melissae compositum spielte die Droge als Hausmittel mit breiter Anwendung eine wichtige Rolle.

Die Melisse ist eine mehrjährige, bis zu 90 cm hohe Pflanze mit vierkantigen Stängeln, gegenständigen, gekerbten Blättern und weissen Blüten. Der zitronenartige Geruch der Blätter wird durch ein ätherisches Öl verursacht, das in Drüsenschuppen auf der Blattoberfläche enthalten ist. Beim Zerreiben verletzt man diese Drüsen und setzt so das ätherische Öl frei. Die blass-weißen Blüten sitzen zu mehreren (Scheinquirle) in den Blattachseln der oberen Blätter und haben eine auffallend große Unterlippe und einen zweilippigen Kelch. Die Blütezeit ist Juni bis August.

ANGEWANDTER PFLANZENTEIL
Melissenblätter (Melissae folium), die getrockneten, ganzen oder geschnittenen Laubblätter von Melissa officinalis.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Ätherisches Öl, Melissae aetheroleum (0,02 - 0,8 % mit den Hauptbestandteilen Citral und Citronellal, die für das zitronenartige Aroma verantwortlich sind), Gerbstoffe (3 - 5 %, u.a Rosmarinsäure, Kaffeesäurederivate), Phenolcarbonsäuren und Derivate, Flavonoide, Triterpensäuren (Ursolsäure), Bitterstoffe, Bernsteinsäure, Aesculetin.

Basierend auf langer Erfahrung können Melissenblätter zur Besserung von stressbedingten Symptomen und als Einschlafhilfe sowie bei leichten Störungen im Magen-Darm-Bereich eingesetzt werden.

Aufgrund des Gehalts an Phenolcarbonsäurederivaten, vor allem Rosmarinsäure, haben Melissenblätter eine antimikrobielle und antivirale Wirkung. Dies wird in Salben zur Behandlung von Herpes simplex eingesetzt.

In der Volksheilkunde wird die Droge weiterhin gegen Hysterie, Melancholie, bei chronischen Bronchialkatarrhen, nervösem Herzklopfen, Migräne sowie zur Steigerung der Gallensekretion eingesetzt. Im Haushalt werden frische Melissenblätter als Gewürz für Salate und Soßen verwendet.



Literaturreferenzen:
Wissenschaft Online, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag,
Heidelberg.
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH,
Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A. Müller: Heilkräftige Pflanzen; Walter Hädecke Verlag, (1982).
ISBN 3-7750-0104-2.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher
Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft,
1988.

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